„Ich weiß nicht wo wir stehen“ — 1. Herren Trainer André Steege über die Vorbereitung und Saison 2021/22

Pünktlich vor Saisonauftakt am kommenden Samstag, den 19.09 bei der SG Börde Handball, gab der Trainer der 1. Herren André Steege ein Einblick in die Saisonvorbereitung, sowie einen Ausblick auf die Saison 2021/22.

Wie lief die Vorbereitung auf die kommende Saison bei der 1. Herren?

Steege: „Die Vorbereitung ist nicht so gelaufen, wie man es sich als Trainer erhofft.“ Ende Juni, Anfang Juli habe man angefangen langsam wieder reinzukommen und sich gemeinsam zu treffen. Die richtige Vorbereitung begann dann gegen Ende Juli mit einer kontinuierlichen Steigung der Trainingsintensität. Personalprobleme waren ständiger Begleiter beim Training der Mannschaft. Man habe nicht einmal mit dem kompletten Kader zusammen trainiert, durch Faktoren wie Verletzungen, Arbeit, Urlaub, etc. Dies habe kein Charakter einer Mannschaft der Oberliga, aber man wolle trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken und das Beste aus der Situation machen.

Wie lief die Vorbereitung hinsichtlich der Testspiele?

Steege: Wie bereits beim Training, waren auch die Testspiele geprägt von Sorgen bezüglich des Personals von Trainer Steege. Dies führte dazu, dass auch die Testspiele Licht und Schatten vorzuweisen hätten. Den Testspielsieg gegen die HSG Nord Edemissen möchte Trainer Steege nicht zu sehr hervorheben, da der Klassenunterschied zwischen der Landesliga und der Oberliga deutlich zu erkennen war. Nichtsdestotrotz war es ein „ganz nettes Spiel“ mit einer guten Teamleistung. Auch gegen die HSG Porta Westfalica war der Coach mit seiner Mannschaft zufrieden, die mit dünner Personaldecke das Spiel für sich entscheiden konnte. Das Testspiel gegen den Drittligist Burgwedel ging verloren und das darauffolgende Testspiel gegen den Oberligist HSG Nienburg, bei welchem man mit 9 Spielern anreiste und schlussendlich verlor, war dann Sinnbild für das Personalproblem der Vorbereitung.

Nikolai Hengst ist zurück im Kader, auch weil du dich um dessen Dienste besonders bemüht hast. Wie lief die Vorbereitung bei ihm persönlich?

Steege: Nikolai könne ein sehr wichtiger Spieler werden, sowohl offensiv als auch defensiv. Man merke ihm jedoch noch die lange Handballpause an. Steege sei jedoch zuversichtlich, dass er durch den Spiel- und Trainingsbetrieb schnell zu alter Stärke kommt. Neben der wichtigen Personalie Hengst betont Steege die Signifikanz der Jungspieler Deseniß, Grabowski, Meyer und Riechers, welche immer weiter in die Mannschaft integriert werden sollen.

Mit Max Dohmeier hattet ihr einen besonders schmerzlichen Abgang, einerseits als Spieler und andererseits als Kapitän. Habt ihr einen Weg gefunden ihn zu kompensieren?

Steege: „Max hinterlässt ein Vakuum. Auch seine Meinung war von hohem Gewicht.“ Dies sei eine Lücke, welche man nicht so schnell füllen könne. Aber das Karriereende sei ihm voll und ganz zu gönnen und öffnet die Tür für andere Spieler, wie beispielsweise die Jungspieler der 1. Herren.

Habt ihr schon eure Spielphilosophie gefunden und die Faktoren mit denen ihr die Spiele gewinnen wollt?

Steege: Die Truppe spiele bereits seit vielen Jahren zusammen, weswegen man nach einer solch langen Handballpause vielleicht besser eingespielt ist, als andere Mannschaften. Hinzu komme, dass die Geschlossenheit des Teams gegeben ist, welche von Nöten ist um gerade enge Spiele für sich zu entscheiden. Die individuelle Klasse von seinen Spielern ist der dritte Faktor den es benötige, um am Ende der Saison in der Oberliga zu bestehen.

Auf was freust du dich am meisten in der kommenden Saison?

Steege: In erster Hinsicht freue sich der Coach auf die Rückkehr zum Spielbetrieb und vor allem darauf die Fans wieder in der Halle begrüßen zu dürfen. Die Highlights der Saison werden für Coach Steege definitiv die Derbys gegen den MTV Großenheidorn sein, sowie gegen den HV Barsinghausen.

Wie sieht das Saisonziel aus?

Steege: Durch die schwere Vorbereitung wisse man nicht wo man im Vergleich zu anderen Mannschaften stehe. Hinzu komme, dass durch die lange Spielpause, sich die Kader manch anderer Mannschaften grundlegend verändert hätten und kaum noch Vergleiche zu vorherigen Saisons gezogen werden können. Steege strebe aber einen Tabellenplatz unter den besten 9 an, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Wer sind deiner Meinung die Favoriten auf den Aufstieg?

Steege: Söhre sei der erste Kandidat dem Steege in den Sinn kommen würde. Aber auch andere Teams, welche alle Jahre wieder im Aufstiegsrennen mitwirken und jede Saison den Aufstieg anstreben, könnten das Rennen machen. Dazu zählen beispielsweise Großenheidorn, Vorsfelde oder Fallersleben. Es könne aber auch ein Team schaffen, an welches man nicht als allererstes denkt, hierbei denkt Steege an Lehrte und Stadtoldendorf, welche im Sommer besonders auf dem Spielermarkt aktiv gewesen wären.

Am Wochenende beginnt die Saison mit einem Auswärtsspiel bei der SG Börde. Was sind deine Erwartungen und mit welchem Kader wird angereist?

Steege: „Wir erwarten einen robusten Gegner und bereiten uns nicht auf Streichel-Einheiten vor.“ Die gesamte Mannschaft der SG Börde, sowie die komplette Halle werde hoch motiviert sein. Das Spiel könne sich direkt in den ersten Minuten entscheiden, denn man müssen sofort mit vollem Einsatz agieren und seine lasche Einstellung der Vorbereitung abgelegt haben. Steege macht jedoch deutlich, dass man sich die zwei Punkte auf jeden Fall sichern will. Pünktlich zum Saisonstart soll Steege dann auch erstmalig auf den fast kompletten Kader zurückgreifen können. Lediglich auf Marcel Schulz müsse Steege noch bis Ende September verzichten und auch hinter Niklas Meyer stände noch ein kleines Fragezeichen, da er möglicherweise in der 2. Herren mitwirken müsse.

Danke für das kleine Interview und alles Gute für die Saison.