1. Herren überwintert ungemütlich auf Abstiegsplatz

Herren Hinrunde Bericht 

„Tabellenplatz im einstelligen Bereich um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“ waren die Worte des Trainers Andre Steege zu Saisonbeginn in der Oberliga Niedersachsen. Eine schwierige Vorbereitung und dem Aspekt geschuldet, dass man durch die Corona Pause sich selbst nur schwer in der Konkurrenz einordnen konnte, führte dazu, dass man nicht voller Selbstvertraunen in die Saison startete. Die Zeichen vor einem Saisonauftakt standen dementsprechend schon mal besser.  

Nichtsdestotrotz überzeugte die Mannschaft beim Saisonauftakt beim Aufsteiger der SG Börde mit einem 29:32 Auswärtssieg. Mit einer „Achterbahn der Gefühle“ beschrieb Trainer Steege das Spiel. Man führte zwischenzeitlich mit fünf Toren, verpasste dann jedoch den Deckel draufzumachen und Börde kam zu einer 29:27 Führung, jedoch drehten Steeges Riege das Spiel und gewann schlussendlich. Die Euphorie auf die neue Saison war folglich riesig. 

Die Euphorie war jedoch nicht von langer Dauer. Corona-Fälle im Team, sowie andere Ausfälle plagten die Schaumburger in den folgenden Spielen. Die drei folgenden Spiele gegen die Reserve der TSV Burgdorf, den VFB Fallersleben und das Lokalderby gegen den HV Barsinghausen gingen alle samt verloren. Es waren Spiele in denen man einen „Roten Faden“ erkennen konnte. In der 1. Halbzeit aller Spiele erarbeitete man sich eine Halbzeitführung. Darüber hinaus sah man in den Spielen gegen Burgdorf und Barsinghausen bereits in der 1. Halbzeit wie der sichere Sieger aus, da in beiden Spielen zwischenzeitlich eine Führung mit mindestens fünf Toren auf der Anzeigentafel stand. Die Leistungen fielen jedoch mit der Zeit fortlaufend ab. Fehler und Müdigkeiten schlichen sich in der 2. Halbzeit in das Spiel der Schaumburger ein und man verlor jedes der besagten Spiele. Hierbei machte sich bemerkbar, dass die Mannschaft auf viele Schlüsselspieler verzichten musste, da die Ausfälle nicht über 60min kompensiert werden konnte. Die Niederlagenserie nahm seinen Lauf, denn auch im folgendem Spiel beim VFL Hameln konnten keine Punkte erkämpft werden. Nach dem Spiel kommentierte Trainer Steege das Spiel mit den Worten: „Wir haben wie immer gut angefangen, dann haben sie uns den Schneid abgekauft.“ Einen Satz der sich auf alle vier vorherigen Spiele adaptieren lässt. 

Der nächste Tiefpunkt folgte eine Woche später. In heimischer Halle unterlag man dem Lehrte SV deutlich mit 29:32. Anders als in den vorherigen Spielen fehlte in dieser Partie über 60min jegliche Qualität & Disziplin, die es benötigt um in der Oberliga zu bestehen. Als Reaktion davon zog Coach Steege die persönliche Reisleine und tratt als Trainer der 1. Herren zurück. Nach 15 Monaten und 9 Pflichtspielen endete Steeges Trainerengagement früher als allen Beteilligten erhofft. „Eine Negativspirale, aus welcher man nur schwer entkommen konnte“, rekapituliert Spielmacher Fynn Graafmann. Auch die langfristigen Ausfälle von zwei wichtigen Stützen im Rückraum, in Person von Alexander Müller und Niklas Meyer, seien laut dem ihm schwer zu Lasten gefallen. 

Als Interimstrainer tratt Saulius Tonkunas, Coach der 1. Damen, in die Fußstapfen von Andre Steege und übernahm das Team, welches nach der Niederlagenserie von 5 auf dem letzten Tabellenplatz die Schlusslaterne hielt. Tonkunas übernahm das geknickte Team und die Aufgaben der nächsten beiden Spiele stand vor keinen guten Voraussetzungen. Denn auf dem Spielplan stand ein Auswärtsspiel beim Tabellenersten SF Söhre an und in der darauffolgenden Woche sollte der Tabellendritte MTV Vorsfelde in Waltringhausen gastieren.  

Folglich reisten die Schaumburger als Tabllenletzer nach Söhre und mussten relativ schnell anerkennen, dass es beim Aufstiegsfavoriten nicht viel zu holen ist und man verlor mit 30:19. Trotzdem erkannte Tonkunas Verbesserungen im Spiel und betonte, dass die Punkte woanders geholt werden müssen. In den ersten beiden Trainingswochen des Neutrainers habe der Trainingsfokus primär darauf gelegen, den Spaß am Handball zurückzufinden und dem Team aufzuzeigen, dass es das Handballspielen doch eigentlich kann. Und dies zeigte Wirkung. 

Bereits sechs Tage später stand der nächste Aufstiegskandidat auf der Matte. Der MTV Vorsfelde reiste nach Waltringhausen an und die Favoritenrolle war für alle Beteiligten klar vergeben. Umso erstaunter waren die Zuschauer und auch die Vorsfelder als sie auf eine hervorragend vorbereitete Mannschaft aus Schaumburg traff. Über die ganze erste Halbzeit hinweg führte das Team von Tonkunas und die Vorsfelder bekamen nicht in ihr Spiel hinein. Trotz Halbzeitführung schwebte das Gewissen über den Zuschauern in alte Muster zu verfallen und das Spiel abermals aus der Hand zu geben. Doch zur Überaschung aller brach das Spiel der Gastgeber nicht ein und auch eine Rote Karte von Kapitän Marwan Blazek brachte kein Sand in das Getriebe der Kurstädter. Nach 60min stand ein 34:26 auf der Anzeigentafel und durch die Halle erklang ein „Ohh wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen“ und jedermann hoffte, dass der Bann nun endlich gebrochen sei.  

Doch die Ernüchterung folgte eine Woche später, als man im Kellerduell gegen den HF Helmstedt-Büddenstedt die Leistungen der Vorwoche nicht erneut auf den Platz abrufen konnte, es der Tonkunas Riege auch durch äußerliche Einflussfaktoren schwer gemacht worden sei.   

Bereits einige Tage später folgte die Nachricht des HVN den Spielbetrieb vorerst zu unterbrechen. Unterm Strich steht deshalb der vorletzte Tabellenplatz und eine schwache Hinrunde. 

Trotz allem blickt Tonkunas zuversichtlich auf den Re-Start. Auch wenn er selbst voraussichtlich nicht mehr an der Seitenlinie stehen wird, schreibt er der Mannschaft die Qualität zu, sich in der Rückrunde wieder zu fangen und den Klassenerhalt zu schaffen. 

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